Zum Thema Hörgeräte
Wenn man von Schwerhörigkeit und Schwerhörigen spricht, kommt man am Thema Hörgeräte nicht vorbei. Ich bekam mit sechs Jahren zwei Hörgeräte. Ich habe sie nie getragen- in den sechziger Jahren waren Hörgeräte nicht das, was sie heute sind. Erst mit Mitte 20 habe ich es dann noch mal versucht und tapfer verschiedene Geräte getragen. Es ging nicht anders, vor allem am Arbeitsplatz nicht.
Ich hatte nie eine gute Beziehung zu meinen Hörgeräten, auch nicht zu den letzten allerneuesten digitalen Modellen. Ich hörte zwar damit lauter, aber nicht besser. Viele von uns kennen das: ‚Ich höre alles und verstehe nichts!‘ Als Zugabe dazu gab es noch ständige Kopfschmerzen, entzündete Ohren, sowie Schwindel.
Nach ungefähr 30 Jahren Kampf mit diesen Geräten suchte ich immer noch nach einer Lösung, bis ich auf der Internetseite von Med-El, dem Produzenten der Vibrant Soundbridge (ein implantierbares Hörgerät) die Adresse des Mutterhauses in Trier fand. Ich schrieb daraufhin an Prof. Dr. Titus Kaldenbach, der mir noch am gleichen Tag antwortete. Daraufhin begann ein Abenteuer ungeahnten Ausmasses. Nach langem Hin und Her mit den Krankenkassen wurde ich im Mai 2010 operiert (rechtes Ohr). Das linke Ohr folgte dann im Februar 2011. Die Operationen verliefen unproblematisch, die Heilung war schnell und so gut wie schmerzlos. Das ganze Team im Mutterhaus hat sich gekümmert und bemüht- es war gar nicht zu fassen. Besonders erwähnen möchte ich hier Dr. Kaldenbach, der es immer wieder schafft, technisches Wissen und Können mit Menschlichkeit zu verbinden.
Nachdem beide Geräte aktiviert waren, dauerte es nur ein paar Tage sich daran zu gewöhnen. Der Eindruck ist ein ganz anderer als mit den üblichen Geräten: Der Ton ist gestochen klar, die Lautstärke muss nicht so hoch gestellt werden. Es kommt nur selten vor, dass ich etwas nicht verstehe. Musik hat eine ganz andere Dimension bekommen- ich kann sogar ein Symphonieorchester genießen. Das Ohr ist frei, und den Prozessor am Kopf bemerkt man noch weniger als eine Brille. Die Batterien lassen sich schnell und bequem wechseln. Endlich hat das Gefummel ein Ende: Die Soundbridge wird definitiv richtig eingestellt und dabei bleibt es dann.
Ich trage meine beiden Soundbridges den ganzen Tag und lege sie nur zum Schlafen oder zum Duschen ab. ‚Oben ohne‘ fühle ich mich jetzt irgendwie amputiert. Was für ein Kontrast zu den „Im-Ohr“ Geräten, die ich mir praktisch aus dem Ohr riss, sobald sie nicht mehr unbedingt notwendig waren! Ich habe es nie geschafft, die Dinger länger als vier Stunden zu tragen.
An alle Hörgeräte-Leidensgenossen: Lasst euch testen, ob eine Soundbridge für euch in Frage kommt! Es ist möglich, mit einem Hörgerät praktisch „normal“ zu hören.
Nur muss es das richtige Gerät sein- Vibrant Soundbridge.